Korruption in Tansania
Stellungnahme zum "Profil"-Artikel vom 20.08.2007
| Im Österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ vom 20.8.07 wurde ein Artikel über die Korruption in kirchlichen Institutionen in Tansania veröffentlicht und dabei über einen geradezu unglaublichen Fall in Bulongwa, im Westen Tansanias berichtet. Da sich unser Krankenhaus ebenfalls in kirchlichem Besitz befindet, fühlen wir uns verpflichtet, zu diesem Artikel Stellung zu nehmen. Tatsächlich muss man feststellen, dass die Korruption in Tansania sehr weit verbreitet ist, und zwar, wie man hört, auch in kirchlichen Kreisen. Diese Situation hat sich seit der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Jakaja Kikwete im Jahre 2005 deutlich verbessert. Der neue Präsident räumt dem Kampf gegen die Korruption absolute Priorität ein. Trotzdem ist es gerade für Hilfsorganisationen noch immer wichtig, vorsichtig zu sein. Auch wir haben am Beginn unserer Tätigkeit in Tansania vor 15 Jahren, im wahrsten Sinn des Wortes, „Lehrgeld“ bezahlen müssen. Auf Grund unserer Erfahrungen haben wir es uns zur Regel gemacht, Bargeld weder an öffentliche Institutionen noch an Privatpersonen zu übergeben. In Übereinstimmung mit der Leitung des Krankenhauses kaufen wir notwendige Geräte und sonstige Ausrüstung möglichst in Tansania selbst ein und übergeben sie als Sachspende dem Krankenhaus. Bei der Übergabe sind wir auch selbst dabei und überprüfen bei jährlichen Besuchen, ob die Geräte noch vorhanden sind und noch einwandfrei funktionieren. Wir unterstützen auch die Ausbildung von Ärzten und von Fachpersonal. Dabei überweisen wir die Studiengebühren direkt an die betreffende Universität. Dadurch ist sichergestellt, dass unsere Spendengelder wirklich für den Zweck verwendet werden, für den sie gedacht sind und nicht in irgendwelchen undefinierbaren Kanälen verschwinden. Wir glauben, dass das die sicherste Methode ist, Missbrauch mit Spendengeldern zu verhindern. |



